Sunday, April 19, 2009

Thrice

Den Anfang macht ein Feueralarm. Den Anfang eines musikalischen Meisterwerks auf vier Plastikscheiben. Die vier Scheiben mit je sechs Tracks gehören zur Konzept-EP-Serie "The Alchemy Index" der Amerikanischen Band Thrice, verteilt auf zwei Doppel-EP Releases. Die Band selbst hat begonnen mit hartem Post-hardcore und sich über die letzten Jahre immer mehr zu einer der innovativsten und extrem wandlungsfähigen Experimental Rock Band entwickelt.

Zum Konzept dieser EP-Serie gehört denn auch die Wandlungsfähigkeit, welche sich durch die grosse Unterschiedlichkeit der vier EP's ausdrückt, ohne jedoch dass Thrice von ihrem typischen Sound abweichen würde. Dies vier Scheiben sind nach den vier Elementen benannt, die beiden des ersten Releases nennen sich "Fire and Water", die des zweiten "Air and Earth". Damit wäre auch der einleitende Feueralarm erklärt. Die sechs Tracks der ersten Scheibe ähneln vom Sound her am ehesten den früheren Werken der Band und sind hart und feurig aggressiv und gleichzeitig, typisch für Thrice, sehr melodiös. Der Wechsel ins pure Gegenteil folgt auf der zweiten Scheibe, Water. Diese Entführt den Hörer in die Tiefen des Ozeans, ist für Thrice ungewöhnlich ruhig und trotzdem irgendwie typisch. Wenig Gitarre und mehr Synthesizer und elektronische Beats, die einen eintauchen lassen ins Wasser, einen fast ertrinken lassen. Wunderschöne, nachdenkliche Stücke für ruhige Stunden.

Auf dem zweiten Release geht es dann auf "Air" mit luftiger Leichtigkeit weiter, in die sich jedoch stürmische Winde einmischen. Die Texte bleiben nachdenklich wie schon auf "Water", es wird jedoch wieder mit mehr Gitarre und mehr, härterem Schlagzeug gearbeitet und einem weniger dominanten Synthesizer. Nach den sechs "Air" Tracks folgt mit "Earth" das letzte Element und schliesst so den Kreis des "Alchemy Index" und bereitet dem ganzen ein staubiges Ende. Die Akkustische Gitarre in einer Ballade im Singer-Songwriter-Stil den Anfang und die spezielle Wahl der Musikinstrumente zieht sich durch alle sechs Songs. Nur ganz wenig Schlagzeug ist zu hören, dafür wird oft das Klavier eingesetzt und von Perkussion, Orgel und Akkordeon begleitet.

Diese vier EP's sind ein Werk, das jeder Fan innovativer Musik unbedingt einmal gehört haben sollte. Man sollte sich dabei jedoch bewusst sein, dass es keine Musik ist, welche man ab und zu nebenbei hört; es handelt sich um Musik, für die man sich Zeit nehmen muss, auf die man sich einlassen muss und welche man auf sich wirken lassen soll. Dann jedoch wird man sie um so mehr geniessen.

Eine kleine Bemerkung nebenbei auch noch zum nutzen dieser vier EP's für diejenigen auf unserem Planeten, welche sich diese Platten selber niemals leisten könnten. Wie mittlerweile für Thrice üblich, unterstützen sie mit dem Verkauf der Platten wohltätige Projekte: Ein Teil der Einnahmen aus "The Alchemy Index" geht an die Blood:Water Mission, welche in Afrika Brunnen errichtet und so vielen Dörfern den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht.

In diesem Sinne: "I'm starting to believe the ocean's much like you, 'cause it gives and it takes away!"

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